2 guys, 4 weeks, 4000 miles from home

Wednesday, July 12, 2006

Home alone & Landluft

Nach dem anstrengenden Tag in der Mall blieben wir heute erstmal dick zuhause. Spät aufstehen, fernsehend frühstücken, herrlich! Nach längerem Trial-and-Error schafften wir es sogar, Jays antiquierte, zusammengeschusterte Stereoanlage mit unseren gestern gekauften CDs zu füttern. Cartoon Network hat wunderbar sinnlose Zeichentrickserien, die einem dabei helfen, die Gedanken von wichtigen Dingen abzulenken. Nach drei Folgen "Camp Lazlo" wurden die Geschäfte dann aber doch zu dringend.



Wir reservierten die Bahntickets nach Chicago und dann weiter nach Albany, New York. Wir machten Tante Geeta als Taxi von Albany zu ihr nach hause nach Adams, Massachusetts, klar. Wir überprüften mögliche Routen von Adams nach Allentown, Pennsylvania. Möglich und sinnvoll sind allein Flugzeug oder Auto. Diese Informationen wurden an Tante Bunu zu weiteren Bearbeitung weitergereicht. Dies alles nahm seeehr viel Zeit in Anspruch, da wir hier nur mit Modem ins Internet kommen. Schmerzhaft langsam.



Nachdem wir unsere Aufgaben für den Tag erledigt hatten, vernichteten wir zum Mittagessen auch noch die letzten Scheiben Brot. Bis zum Abend gammelten wir dann klassisch herum, lesend, fernsehend, abschweifende Gespräche führend.





Gegen Abend kam Jay zurück und fuhr mit uns nach Manchester, einem Dorf in der Nähe, wo eine "Fair" stattfinden sollte. Angekommen stellten wir fest, daß es sich um eine Kirmes handelte. Wir fühlten uns wie in einem Film, so irreal kam es uns vor, das ländliche Amerika zu erfahren. Alles viel zu Klischee. Der ganze Jahrmarkt wurde von einer kleinen Countryband beschallt. Die Dorfjugend war heftig am Flirten. Wichtigste Attraktion war das Rodeoreiten. Jay war besonders von den Tierschauen angetan, wo Kühe, Schafe, Schweine, Kaninchen, Hühner, Enten und so weiter mit Preisen und Titeln versehen ausgestellt wurden. Bu und ich kamen uns vor wie Eindringlinge, Fremdkörper in dieser friedlichen, in sich geschlossenen kleinen Welt. Ich glaube, erst wenn man diese Kleinstadtwelt erfahren hat, versteht man wirklich, was die USA sind.

Naja, morgen geht es rein nach Ann Arbor, jetzt geht es rein ins Bett.

"Let's hang out at the mall!"

Dienstag mussten wir früh aus den Federn, Aufstehen um unmenschliche sieben Uhr war angesagt. Jay nahm uns nämlich auf seinem morgendlichen Weg zur Arbeit mit und ließ uns an der Briarwood Mall heraus, wo Bu und ich den Tag verbringen wollten. Um diese Zeit war die Mall etwas gespenstisch, die Geschäfte waren noch geschlossen, die Mall leer bis auf ein paar Senioren, die wohl ihr Walkingprogramm jeden Morgen dort absolvieren.

Wir gönnten uns am offenen Starbucks-Stand einen White Chocolate Mocha und machten uns mit der Ortschaft bekannt, bis die Geschäfte öffneten. Als endlich die Gitter hochgingen, kurbelten wir ein wenig die amerikanische Wirtschaft an und ließen unser Geld in diversen Läden. Besonders hervorzuheben sind die Plattenläden, die auch gebrauchte CDs verkaufen, die Läden, die exklusiv an den modebewussten Metaler und Punk gerichtet sind, wo man also Bandhirts, schwarze Klamotten und die richtigen Musik-CDs bekommen kann (sorry Mathi, keine BLS-Shirts) und "The M Den", wo ausschließlich Memorabilia der University of Michigan feilgeboten werden.



Als wir schlielich alle dollen Läden durchforstet hatten, nahmen wir unser Mittagsmahl auf Jays Empfehlung in "Kerry's Koney Island" ein, wo es besonders leckere Koney Island Hot Dogs gibt. Wir aßen dementsprechend natürlich Burger.



Danach mussten wir weiter Zeit totschlagen und schlenderten zum Kino. Aus der kleinen Auswahl schlechter Filme dort erschien uns Mission: Impossile III als anspruchsloser Zeitvertreib am Besten geeignet. Ich muss ganz schön dämlich geguckt haben, als mir der Kassierer erklärte, ich müsste ganze 50 Cent blechen. So billig war ich wirklich noch nie im Kino. Der Film war, wie Anton sagen würde "Titten und Explosionen" und schnell vergessen.

Danach gammelten wir nur noch herum, pfiffen uns Kaffee bzw. Smoothie rein und warteten darauf, abgeholt zu werden. Zuhause erwartete uns ein leckeres Resteessen, mehr entspanntes Gammeln auf der Veranda im leichten Regen. So sieht das gute Leben aus!