Home alone & Landluft
Nach dem anstrengenden Tag in der Mall blieben wir heute erstmal dick zuhause. Spät aufstehen, fernsehend frühstücken, herrlich! Nach längerem Trial-and-Error schafften wir es sogar, Jays antiquierte, zusammengeschusterte Stereoanlage mit unseren gestern gekauften CDs zu füttern. Cartoon Network hat wunderbar sinnlose Zeichentrickserien, die einem dabei helfen, die Gedanken von wichtigen Dingen abzulenken. Nach drei Folgen "Camp Lazlo" wurden die Geschäfte dann aber doch zu dringend.

Wir reservierten die Bahntickets nach Chicago und dann weiter nach Albany, New York. Wir machten Tante Geeta als Taxi von Albany zu ihr nach hause nach Adams, Massachusetts, klar. Wir überprüften mögliche Routen von Adams nach Allentown, Pennsylvania. Möglich und sinnvoll sind allein Flugzeug oder Auto. Diese Informationen wurden an Tante Bunu zu weiteren Bearbeitung weitergereicht. Dies alles nahm seeehr viel Zeit in Anspruch, da wir hier nur mit Modem ins Internet kommen. Schmerzhaft langsam.

Nachdem wir unsere Aufgaben für den Tag erledigt hatten, vernichteten wir zum Mittagessen auch noch die letzten Scheiben Brot. Bis zum Abend gammelten wir dann klassisch herum, lesend, fernsehend, abschweifende Gespräche führend.



Gegen Abend kam Jay zurück und fuhr mit uns nach Manchester, einem Dorf in der Nähe, wo eine "Fair" stattfinden sollte. Angekommen stellten wir fest, daß es sich um eine Kirmes handelte. Wir fühlten uns wie in einem Film, so irreal kam es uns vor, das ländliche Amerika zu erfahren. Alles viel zu Klischee. Der ganze Jahrmarkt wurde von einer kleinen Countryband beschallt. Die Dorfjugend war heftig am Flirten. Wichtigste Attraktion war das Rodeoreiten. Jay war besonders von den Tierschauen angetan, wo Kühe, Schafe, Schweine, Kaninchen, Hühner, Enten und so weiter mit Preisen und Titeln versehen ausgestellt wurden. Bu und ich kamen uns vor wie Eindringlinge, Fremdkörper in dieser friedlichen, in sich geschlossenen kleinen Welt. Ich glaube, erst wenn man diese Kleinstadtwelt erfahren hat, versteht man wirklich, was die USA sind.
Naja, morgen geht es rein nach Ann Arbor, jetzt geht es rein ins Bett.



