2 guys, 4 weeks, 4000 miles from home

Thursday, July 20, 2006

Schon wieder auf einem Pontoon








Den heutigen morgen verbrachten wir wieder entspannt, bis gegen Mittag Tante Geeta wiederkam und kurz darauf meine wortreiche hyperaktive Schwip-Schwip-Tante Rebecca sowie Onkel Davids Mutter Helen auftauchten, um nepalisch zu speisen. Besondere Sensation war dabei der Dhal, den Rebecca am Vortag höchstpersönlich zubereitet hatte und der in höchsten Tönen gelobt werden musste ("Say it's good, even if you have to lie, I don't mind!").

Nach dem Essen gingen Rebecca und Geeta dazu über, Gossip über Davids Familie auszutauschen, was wir uns fasziniert eine Weile anhörten, uns dann aber doch lieber selbst beschäftigten (z.B. mit Tante Geetas Hühnern).

Später nachmittags führen wir dann weit hinaus, um den See zu besichtigen, an dem Onkel David Grundstücke verkauft. Wir fuhren mit einem Pontoon heraus, aber der Luxusvariante. Anwesend waren Geeta, David, Davids Eltern, Davids Bruder und seine Frau Rebecca, sowie mein jüngerer Cousin Pranam, der ein paar Stunden vorher aus Georgia eingeflogen war. Wir machten eine Rundfahrt über den See und futterten dann in der Seemitte die übriggebliebenen Sushi von gestern Abend. Leider wurden wir dort auch penetrant von "deer flies", was bei uns Bremsen entspricht, belästigt. Im verzweifelten Versuch, eine von diesen aus seinem Gesicht zu wischen, erfasste Bu in der Bewegung seine geliebte Brille und schlug sie sich grazil aus dem Gesicht, worauf sie wie in Zeitlupe elegant ins Wasser fiel. Ungläubig paralysiert war keiner von uns geistesgegenwärtig genug, hinterherzuspringen. Leider waren wir in der Mitte des Sees, wo er etwa vier bis fünf Meter tief ist und bedeckt von Wasserpflanzen, eine Rettungsaktion mittels Tauchen also aussichtslos.

Bu steht immernoch unter Schock, auch, als meine Tante sich nach unserer Rückkehr hier zu einer dreistündigen Tratschsession niederließ und er unfreiwillig alles über den nepalischen Zweig meiner Familie erfuhr. Eben hat sie sich ins Bett verabschiedet, und auch wir werden wohl bald unsere Köpfe in die Kissen drücken.

Wonders of Massachusetts











Mittwoch schliefen wir uns erstmal gut aus. Als wir uns dann endlich aus den Betten schleppten war das Haus bis auf Oma, einen Hund und die Katze leer. Also frühstückten wir ausgiebig und gammelten nutzlos herum, bis gegen Mittag Tante Geeta wiederkam, uns fütterte und dann zu einem nahegelegenen Nationalpark fuhr.

Dort erwartete uns in einem riesigen alten Marmorsteinbruch eine natürliche Brücke. Genauer gesagt hat sich dort ein Bach seinen Weg unter den Marmorblöcken hindurchgefressen. Desweiteren steht dort einer von zwei Dämmen, die aus Marmor gebaut wurden, in ganz Nordamerika. Wir bewunderten diese Wunder ausgiebig und begaben uns dann mit Geetas dickem Jaguar wieder nach Hause.

Dort durften wir ein wenig auf der Veranda vor meinem Zimmer herumhängen, bevor es auf in ein koreanisches Restaurant ging, wo Joshuas (mein älterer Cousin) Bachelorabschluss gefeiert wurde. Wir trafen dort einige von Joshuas Freunden, aber auch Onkel Davids Eltern, die ich noch von meinem letzten Besuch kannte, sowie Davids Bruder und dessen Frau. Wir stopften uns mit Sushi voll und versuchten uns zu unterhalten. Doch an dem Tisch herrschte ein unglaublich Geräuschpegel, da jeder versuchte, den anderen zu übertönen, so daß Bu und ich auch viel schweigend dasaßen, unwillens, an dem Gebrüll teilzunehmen, nur um uns mit unserem Tischnachbarn zu unterhalten. Ich hatte mit meiner Oma eine eher schweigsame Nachbarin (mangels gemeinsamer Sprache), Bu hingegen hatte den Jackpot gezogen, denn meine Schwip-Schwip-Tante stellte sich als ein vorbildlicher Fall von Logorhoe dar, die, wie uns auch David und Geeta versicherten, leicht verrückt ist. Bu hatte also alle Hände voll zu tun.

Schließlich ging das Festmahl dem Ende zu, wir ließen uns mit prallen Bäuchen nach Hause fahren, lachten noch herzlich über meine Schwip-Schwip-Tante und fielen dann in unsere Betten und einen tiefen Verdauungsschlaf.